#4 Reform des Bereitschaftsdienstes in Niedersachsen | mit Jasper Uhe (KVN)

Shownotes

Am 1. Juli 2025 ist in Niedersachsen eine grundlegende Neuausrichtung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes flächendeckend in Kraft getreten. Mit der Reform unter dem Namen KVN.akut hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit ihren Partnern die Weichen für eine moderne und landesweit einheitliche Struktur in der ambulanten Akutversorgung außerhalb der Praxiszeiten gestellt – also in den Abendstunden, an Wochenenden und Feiertagen. Jasper Uhe, stellvertretender Unternehmensbereichsleiter für die vertragsärztliche Versorgung bei der KVN, über die Vorteile der Bereitschaftsdienstreform und die Umsetzung in den letzten Monaten. Alles rund ums Thema Bereitschaftsdienstreform auch im aktuellen kvn.magazin: https://www.kvn-magazin.de/

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00:00:02: Ambulant relevant.

00:00:05: Der Podcast der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

00:00:12: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Ambulant relevant der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

00:00:18: Mein Name ist Lars Menz und wir haben Ihnen ein interessantes Thema heute mitgebracht.

00:00:22: Es geht um die Reform des Bereitschaftsdienstes in Niedersachsen.

00:00:26: Und vielleicht hören Sie uns gerade im Auto zu oder beim Joggen.

00:00:29: Jedenfalls wollen wir Sie gute dreißig Minuten hervorragend informieren zu diesem Thema.

00:00:34: Und die aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer, die wissen, dass wir das Thema schon mal hatten, nämlich in unserer allerersten Folge.

00:00:41: Da war Thorsten Schmidt zu Gast, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVN.

00:00:46: Und der hatte damals schon zu dieser Reform berichtet und erzählt, was alles geplant ist und wie wir uns das Ganze vorstellen.

00:00:54: Und dieses Gespräch ist nun ziemlich genau ein Jahr her und mittlerweile ist die Reform umgesetzt.

00:00:59: Sie läuft in Niedersachsen und Achtung, Spoiler Alarm.

00:01:03: Sie ist ein Erfolg.

00:01:05: Und das, das so ist, da hat ein Mann ganz erheblichen Anteil dran, der dieses Riesenprojekt nämlich auf seinem Schreibtisch hatte.

00:01:11: Und das ist mein Kollege Jasper Uhr.

00:01:12: Herzlich willkommen.

00:01:13: Ja, vielen Dank, dass ich hier sein darf.

00:01:15: Unter anderem auf meinem Schreibtisch, nicht nur auf meinem, aber nicht

00:01:18: nur, aber doch zu einem erheblichen Teil, so wie ich das mitbekommen habe.

00:01:22: Wie ist das denn dazu gekommen, dass das auf deinem Schreibtisch überhaupt gelandet ist?

00:01:26: Ja, das ist natürlich mit meiner Funktion in gewisser Weise verbunden.

00:01:29: Ich bin ja nicht nur stellvertretender Unternehmensbereichsleiter vertragsärztliche Versorgung, sondern ich bin tatsächlich auch Fachbereichsleiter Versorgungssteuerung.

00:01:39: Und in dem Bereich Versorgungssteuerung kümmern wir uns primär natürlich um die F-Sechs F-Sieben als zentrale Rufnummer oder bundesweite Rufnummer.

00:01:49: Und daran angeschlossen sind zwei Terminservice-Stellen.

00:01:53: Zum einen die Terminservice-Stelle Terminfall für die Haus- und Fahrratsvermittlung, aber eben auch die Akut-Fall.

00:01:59: Und die Terminservice-Stelle Akut-Fall für akute medizinische Herausforderungen oder Probleme beschwerden.

00:02:05: Darunter ist eben auch der Bereitschaftsdienst unter diesem Dach integriert.

00:02:09: Und ja, deswegen durfte ich mich in meinem Fachbereich und meinem Team entsprechend mit diesem Thema beschäftigen.

00:02:15: Du hast es eben schon ganz bisschen angedeutet, aber vielleicht kannst du Donald mal in zwei Sätzen erklären, was du eigentlich so machst, wenn du dich nicht gerade um so große Projekte wie die Bereitschaftsdienstreform kümmerst.

00:02:25: Ja, also diese Funktion, mich natürlich um neue Konzepte zu kümmern, ist eine der Hauptaufgaben, deswegen bin ich ganz froh darüber, auch immer in die Zukunft schauen zu dürfen und gute und innovative Dinge ausdenken zu dürfen.

00:02:39: Aber wie es eben schon erwähnt hat, da bin ich natürlich vor allem eben für die Steuerung aller Prozesse, die mit der F-Sex-F-Sieben zusammenhängen, verantwortlich.

00:02:47: Darunter fallen die beiden Terminservice-Stellen.

00:02:50: aber eben auch mit der Entwicklung von versorgungssteuerenden Elementen betraut.

00:02:56: Also das heißt, alle Konzepte, die vielleicht auch so ein bisschen über den Tellerrand gehen, also sektorenübergreifend, wenn wir uns jetzt zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Krankenhäuser oder aber auch in den Rettungsleitstellen anschauen, dass wir da wirkungsvolle Konzepte entwickeln, um einfach eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen.

00:03:12: Da eben vor allem diese versorgungssteuerenden Elemente eben besondere... Besonders Hochkonjunktur haben, weil wir immer begrenzte Ressourcen haben.

00:03:22: Ja, dann schauen wir doch mal auf den Bereitschaftsdienst, aber vor der Reform.

00:03:25: Dann die F-Sechs, F-Sieben, du hattest die Nummer eben schon angesprochen, die gibt es ja schon länger und die Patientinnen und Patienten haben auch in der Vergangenheit schon unter der F-Sechs, F-Sieben Hilfe gesucht.

00:03:36: Wie ist der Bereitschaftsdienst in der Vergangenheit organisiert gewesen und wo lagen da eigentlich die Probleme?

00:03:43: Ja, also die Probleme lagen vor allem in der Kleinteiligkeit, muss man ehrlicherweise sagen.

00:03:46: Wir haben eine sehr kleinteilige und heterogenen Struktur in der Vergangenheit gehabt.

00:03:52: Das heißt, die Bereitschaftsdienstbereiche waren sehr, sehr unterschiedlich organisiert.

00:03:56: Und es wurde tatsächlich nicht unbedingt danach geschaut, nach Effizienzgesichtspunkten oder Effektivitätsgesichtspunkten in irgendeiner Form organisiert.

00:04:05: Das heißt, wir haben seventy-fünf Bereitschaftsdienstbereiche gehabt.

00:04:08: In diesen seventy-fünf Bereitschaftsdienstbereichen wurde mindestens ein Arzt im Fahrdienst eingeteilt und hinzu kamen noch Sitzdienste, ohne aber genau hinzuschauen, wie viel Fallaufkommen, wie viele Patientinnen und Patienten habe ich eigentlich in dem Bereich.

00:04:23: Das war ein historisch gewachsendes System, das zwar immer wieder angepasst wurde, aber eben nie zentral einer zentralen Prüfung unterzogen wurde.

00:04:32: Das hat natürlich im weiteren Verlauf vor allem dazu geführt, dass die Belastungen immer höher wurden.

00:04:37: Das heißt, wenn ich eine kleine Struktur habe mit obligatorischen Einteilungen im Bereitschaftsdienst, vor allem im Fahrdienst, dann erwächst daraus natürlich eine gewisse Pflicht.

00:04:47: und Mit sinkender Anzahl von Ärztinnen und Ärzten, gerade auch im Flächenland Niedersachsen, sind hier natürlich enorme Belastungen entstanden, die die Ärztinnen und Ärzte in den einzelnen Praxen.

00:05:01: hier stemmen mussten.

00:05:02: Das konnte bedeuten, dass man in Teilen das ganze Wochenende eben im Fahrdienst eingeteilt war und entsprechend für die Patientinnen und Patienten da sein musste.

00:05:11: Und habt ihr da viele negative Rückmeldungen auch der Ärztinnen und Ärzte erhalten, dass die eben genau euch das widergespiegelt haben, was du gerade gesagt hast, nämlich dass die Belastung sehr hoch ist?

00:05:20: Oder gab es eben auch viele, die das eigentlich gerne gemacht haben?

00:05:23: Also es gab natürlich... einige oder viele, die das auch gerne gemacht haben.

00:05:29: Das Problem ist vielmehr das Spannungsfeld.

00:05:31: Also das Spannungsfeld meines, ich sag mal, medizinischen Anspruches.

00:05:35: Wie möchte ich eine Tätigkeit ausüben?

00:05:38: Und der Belastung, der ich ohnehin schon in der Praxis über die Woche hinweg, ich würde jetzt nicht sagen ausgeliefert, aber zumindest mit der ich in der Woche schon belastet bin.

00:05:47: Das ist ja, muss man sich vorstellen, nicht die ganze Woche mit hohen Patientinnen und Patientenzahlen.

00:05:54: konfrontiert bin und hier natürlich auch nur ordentliche medizinische Arbeit machen möchte, dann ist es eine enorme Belastung, wenn ich dann vielleicht das Wochenende Bereitschaftsdienst habe, um am Montag dann wieder um sieben Uhr morgens in der Praxis zu sein.

00:06:06: Und das hat sich einfach mit der Zeit und natürlich weiteren Faktoren.

00:06:10: Also wir haben zum einen natürlich einen demografischen Bandel.

00:06:13: Wir haben immer mehr behandlungsbedürftige in der Gesellschaft.

00:06:18: Wir haben immer weniger Ärztinnen und Ärzte, die, sag ich mal, die Freiberuflichkeit wagen, und immer mehr angestellten Verhältnisse.

00:06:26: Und das führt natürlich am Ende dazu, bedeutet natürlich nicht, dass jeder Angestellte keinen Bereitschaftsdienst machen möchte, aber es gibt es eben schon in Teilen, dass angestellte Ärztinnen und Ärzte natürlich auch Belastungen im Krankenhaus entfliehen möchten, um dann in der Praxis vielleicht etwas flexibler zu sein.

00:06:45: Das bleibt am Ende natürlich, wenn man sich das, wenn das sich potenziert, an dem Praxisenhaber hängen und derjenige hat dann entsprechend höhere Frequenzen auch in der Einteilung zu erwarten.

00:06:55: Das war jetzt ein bisschen die Innensicht, sag ich mal.

00:06:59: Wie war das denn für die Patienten in der Vergangenheit haben, die auch die Probleme, die du jetzt gerade beschrieben hast, eigentlich gespürt?

00:07:06: Also es ist definitiv wahrnehmbar, weil natürlich der... belastete Arzt am Ende, wenn er am Wochenende unterwegs ist und eine Vielzahl von Einsätzen abzuarbeiten hat, kann das natürlich mit Wartezeiten verbunden sein.

00:07:18: Und in der Vergangenheit hat mir natürlich schon gerade im Flächenland in Bereichen, wo ich vielleicht Strecken von fünfzig bis hundert Kilometer zum Patienten zu fahren habe, hat das natürlich in der Vergangenheit auch zu Wartezeiten geführt.

00:07:31: Und hier haben wir schon in Teilen Absprünge erlebt, die dann in Richtung Notaufnahme oder auch beim Rettungsdienst gelandet sind, weil die Ärztinnen und Ärzte eben einen Patienten nach dem anderen abgearbeitet haben und vor allem natürlich auch nach einer gewissen Priorität gegangen sind.

00:07:46: Und das eben alleine, ohne, in der Regel alleine, ohne größeren weiteren Support.

00:07:51: Das heißt im eigenen PKW mit dem Bleistift hinter dem Ohr sage ich mal vereinfacht, um dann eben die einzelnen Patienten anzufahren.

00:07:58: Und das haben die Patientinnen und Patienten schon wahrgenommen.

00:08:03: Dazu kommt natürlich nochmal in gewisser Weise auch eine veränderte Gesundheitskompetenz der Gesellschaft und daraus resultierend natürlich auch veränderte Ansprüche an das System.

00:08:15: Also fassen wir zusammen, auf beiden Seiten waren Probleme vorhanden, die Probleme waren zu spüren, auch in der Selbstverwaltung eben, die ja dann die Reform angestoßen hat.

00:08:24: Vielleicht kannst du das nochmal ganz kurz beschreiben, wenn du jetzt zurückblickst, wie ist das mit der Reform losgegangen, was waren so die ersten Diskussionenschritte, wo würdest du sagen, lag eigentlich der Startpunkt.

00:08:36: Ja, die Vertreterversammlung ist natürlich in gewisser Weise immer ein Spiegel, auch der Erzelschaft da draußen.

00:08:42: Und diese Emotionen und auch das Gefühl wurde da, glaube ich, relativ gut adaptiert und auch in die einzelnen Ausschüsse getragen.

00:08:49: Das heißt, es wurde relativ transparent auch deutlich, vor allem natürlich auch nochmal beschleunigt durch die Pandemie, dass das auf Dauer nicht zu halten ist in dieser, ich sag mal, gewachsenen Struktur und dass da Veränderungen stattfinden müssen.

00:09:04: Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

00:09:05: Das heißt, man hat natürlich in gewisser Weise ein Prozess gehabt, wo man auch in Teilen Rückschläge hatte.

00:09:11: Das heißt, wir haben natürlich verschiedene Konzeptionen in den einzelnen Ausschüssen auch diskutiert und versucht das zu skizzieren.

00:09:19: Und wie es immer so ist in so einem Prozess, hat man natürlich auch Entwicklungen, die man nicht immer planen kann.

00:09:25: Das heißt, wir haben zum einen in der Vergangenheit Zuerst die Idee gehabt, zum Beispiel auf so genannte Poolärzte zu setzen, das heißt externe, nicht Vertragsärzte, nur Vertragsärzte, die entsprechend Funktionen im Bereitschaftsdienst übernehmen.

00:09:39: Da haben wir dann durch ein... ein Urteil des Bundessozialgerichts einen Rückschlag verzeichnen müssen, sodass wir umdenken mussten an der Stelle.

00:09:49: Und gleiches geht eben auch für referenten Entwürfe, für Notfallreformen etc.

00:09:55: Das hat uns immer wieder zu neuen Diskussionen gebracht.

00:09:58: Kannst du da mal ein bisschen das Leben schildern, wie das in diesen Diskussionen so abgegangen ist?

00:10:02: Ich stelle mir das doch sehr kontrovers vor, weil doch viele sicherlich unterschiedliche Meinungen zu so einem komplexen Thema haben.

00:10:08: oder würdest du sagen, die Zielrichtung war eigentlich bei allen klar.

00:10:12: Alle haben an einem Strang gezogen.

00:10:14: Da muss ich tatsächlich sagen, die waren gar nicht so kontrovers, die Diskussion.

00:10:19: Denn ich glaube, die Erkenntnis, einfach Veränderungen anzuschließen, war so groß, dass da eine enorme Offenheit auch der Erdzuschaft und der einzelnen Gremien war.

00:10:27: Also das heißt, ich habe immer eine sehr offene Diskussion wahrgenommen, die eben mal komplett ohne Barrieren geführt wurde.

00:10:34: Und da muss ich sagen, das Thema Bereitschaftsdienst war in der Vergangenheit schon sehr emotional diskutiert.

00:10:39: Hängt auch damit zusammen, dass natürlich aus der Profession des ärztlichen Tun, sage ich mal, da auch eine gewisse Verpflichtung erwächst.

00:10:48: Aber in diesem Moment, als das mal auf dem Tisch lag, sage ich mal, hat man schon sehr wahrgenommen, dass da eine große Offenheit für auch mutige Konzeptionen da war, die wir ja letztlich auch durchgesetzt haben oder die sich letztlich auch die ganze Zeit durch diese Konzeption gezogen haben.

00:11:06: Das ist doch mal ein positives Zeichen der Selbstverwaltung, dass sie funktioniert und die Diskussion oder offene Diskussion sehr fähig ist.

00:11:14: Ja, ihr habt dann viel besprochen, viele unterschiedliche Ansätze auch verfolgt.

00:11:20: Was würdest du sagen, waren am Ende die drei Hauptpunkte, die ihr mit der Reform erreichen wolltet?

00:11:26: Ja, als Leitziel war natürlich die Entlastung der Ärzteschaft oberstes Ziel oder übergeordnetes Ziel.

00:11:30: Und gleichzeitig durften wir natürlich nicht Patienten aus dem Blick nehmen und die Verfügbarkeit von ärztlicher Versorgung.

00:11:37: Und drittens sollte die Reform natürlich überhaupt nicht in irgendeiner Form die Rettungsleitstellen oder die Notaufnahmen mehr belasten.

00:11:45: Das war auch uns ganz wichtig an der Stelle.

00:11:47: Das war ja in der Vergangenheit oft so, dass die Patientinnen und Patienten lange warten mussten und dann am Ende doch die eins, eins, zwei gerufen haben.

00:11:54: Wie ist das heute?

00:11:55: Also, mal angenommen, ich bin furchtbar stark erkältet, es ist Sonntag nach Mittag und ich weiß mir nicht zu helfen und irgendjemand kommt und sagt, Mensch, ruft doch die F six, F sieben an.

00:12:05: Was passiert dann mit mir?

00:12:07: Ja, das... Gute an der Reform ist eigentlich, dass sich für den Patienten erst einmal nichts ändert.

00:12:12: Also zumindest, was den Eingangskanal der F-Sex-F-Sieben angeht.

00:12:16: Das war uns auch wichtig, dass der Patient sich nicht auf komplexe Downloads oder irgendwas einstellen musste, um irgendetwas zu erreichen, sondern der Eingangskanal ist dergleiche geblieben.

00:12:27: Also sprich das Telefon oder gibt es auch einen Appzugang oder einen digitalen

00:12:31: Zugang?

00:12:31: Ich sage mal noch nicht.

00:12:32: Da arbeiten wir natürlich aktuell.

00:12:34: Es gibt grundsätzlich die F-Sex-F-Sieben-App natürlich, über die man auch eine erste Einschätzung machen kann und natürlich auch Grundinformationen wie Bereitschaftsdienstpraxen finden kann.

00:12:44: In meinem Beispiel habe ich zum Telefon höre.

00:12:46: Aber in dem Beispiel genau, wenn ich vielleicht auch nicht in der Lage bin zum Beispiel eine Bereitschaftsdienstpraxis zu besuchen, dann rufe ich die F-Sex-F-Sieben an.

00:12:54: Ich warte da manchmal, weil was wir natürlich auch, was die Anruferfrequenzen angeht, durchaus Herausforderungen haben, vor allem Samstag und Sonntagvormittag.

00:13:04: Diesmal war es der Nachmittag, da komme ich dann wahrscheinlich schneller durch.

00:13:08: Es ist tatsächlich so, dass, du hast gerade eben schon die App angesprochen, dass derzeit der Eingangskanal eben sich auf die Telefonie beschränkt.

00:13:15: Wir arbeiten an der App, um auch diesen, das auszubauen.

00:13:19: Aber wenn ich durch diesen Prozess laufe und erst einmal gewählt habe, werde ich auf Bundesebene, da wir eine bundesweite Rufnummer haben, einem Bundesland, in dem Fall Niedersachsen Zugordnet.

00:13:28: Und dann erfolgt das eigentliche Routing.

00:13:30: Ich werde zu unserem Dienstleister weitergeleitet, den wir als KVN beauftragt haben für die Rufannahme.

00:13:37: Und muss dann die Entscheidung treffen, habe ich Akute beschwerden oder möchte ich, das geht übrigens auch am Wochenende, mir zum Beispiel einen Termin um Orthopäden vermitteln lassen.

00:13:45: Das wäre jetzt auch möglich.

00:13:46: In dem Fall haben wir eine schwere Erkältung und bin ans Bett gefesselt.

00:13:50: Das heißt, ich wähle die Taste eins und lasse mich entsprechend zur Termin-Service-Stelle Akutfall durchstellen.

00:13:57: Hier ist obligatorisch.

00:13:58: tatsächlich die Bei der Rufannahme die Datenerfassung natürlich, aber vor allem zentrales Element ist die strukturierte medizinische Ersteinschätzung.

00:14:05: Das heißt, wir verwenden hier ein Produkt, ein Medizinprodukt, was Patientinnen und Patienten eben strukturiert durch einen Fragebogen leitet, der auch dynamisch ist.

00:14:15: Es gliedert sich in Hauptbeschwerde, Begleitbeschwerden, aber eben auch den Ausschluss von Notfällen zum Beispiel.

00:14:21: Und das machen diejenigen, die in der Rufannahme sitzen, als allererstes.

00:14:24: Das heißt Grunddokumentationen, Name, Geburtsdatum etc.

00:14:29: und dann eben diese strukturierte medizinische Ersteinschätzung.

00:14:31: Das Ziel ist, denjenigen nach einem Versorgungszeitpunkt in die richtige Versorgungs-Ebene zu bringen.

00:14:36: Das klingt jetzt ein bisschen kompliziert.

00:14:38: Versorgungszeitpunkt ist letztlich nichts anderes als eine Festlegung, wie schnell muss derjenige behandelt werden.

00:14:43: Und die Versorgungs-Ebene, das adäquate Mittel, um diese Behandlung in zu realisieren.

00:14:47: Und das ist an Sonntagen zum Beispiel eben der Bereitschaftsdienst an der Stelle mit der Erkältung.

00:14:53: Ich habe jetzt nicht das Assessment durchgeführt bei dir, aber im Grundsatz könnte da zum Beispiel rauskommen, dass ich innerhalb von oder schnellstmöglich behandelt werden sollte.

00:15:03: Aber es könnte auch sein, dass du mich in eine Bereitschaftsdienstpraxis schickst, die vielleicht zehn Kilometer entfernt ist.

00:15:08: Genau, das wäre, ist.

00:15:10: tatsächlich kommt sehr, sehr häufig vor, dass man einfach denjenigen dann die Öffnungszeit mitteilt und die Adresse.

00:15:17: Aber wir sind jetzt bei dem Fall, dass derjenige als Bett gefesselt ist und nicht in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen.

00:15:24: Da wäre jetzt zum Beispiel die Möglichkeit, eben eine telemedizinische Beratung in Anspruch zu nehmen.

00:15:29: Und da liegt eigentlich auch die Veränderung zur Vergangenheit.

00:15:32: Wir haben in der Vergangenheit hier in der Regel eine direkte Fahrdienstvermittlung vorgenommen.

00:15:37: Das heißt, dieser Fall ist ohne weitere ärztliche Bewertung direkt an einen Arzt gegangen.

00:15:43: Kann man nicht sagen, es ist ja auch eine ärztliche Beratung irgendwann.

00:15:46: In der Regel ist dieser Arzt dann aber noch mal in Kontakt getreten mit den Patienten und hat auch noch mal eine eigene Bewertung gemacht, ist aber auch sehr, sehr häufig einfach hingefahren.

00:15:55: Und das hat, wenn wir uns noch mal auf die Struktur beziehen, in fünfundsebzig Bereitschaftsdiensten stattgefunden, sodass an den Wochenenden teilweise bis zu sechsohn, achtzig Ärzte und Ärzte gleichzeitig auf den Straßen Niedersachsens unterwegs waren.

00:16:07: Das klingt natürlich super, aber führt eben zu den entsprechenden Belastungen.

00:16:10: Was wir jetzt gemacht haben in dieser Reform ist eine, ich sag mal, verpflichtende Zwischenebene einzuziehen.

00:16:16: Wir haben gesagt, dass, was die Ärztinnen und Ärzte mit ihren privaten Telefonen gemacht haben, bei Patienten nochmal anzurufen und eine Anamnese oder Erstdiagnostik vorzunehmen, das haben wir jetzt quasi institutionalisiert, indem wir eine obligatorische telemedizinische Beratung eingepflegt haben und haben gesagt, okay, jeder Fall, der potenziell ein Fahrdienstfall werden könnte, der muss erst mal mit einer Ärztin, einem Arzt sprechen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

00:16:45: Denn häufig, und da nehmen wir vor allem natürlich auch zum Beispiel Pflegeheime in den Fokus, war es mit Rezeptausstellungen oder Ähnlichem in der Vergangenheit erledigt oder war damit verbunden oder vielleicht eine kurze Frage zur Medikation oder Ähnlichem.

00:17:01: Dafür ist in Teilen früher ein Arzt, eine Ärztin, in die Heime gefahren und hat das eben vor Ort gemacht.

00:17:08: Und deswegen war ein wichtiger Bestandteil, ein wichtiger Game-Changer, würde ich tatsächlich sagen.

00:17:12: auch die Möglichkeit in dieser telemedizinischen Beratung, die ich zum einen als Videosprechstunde anbieten kann, aber eben auch eine telefonische Sprechstunde, dass wir einen Erezept anbieten können, um einfach solche Fahrten tatsächlich zu verhindern.

00:17:24: Noch mehr Wissenswertes zum heutigen Podcast-Thema, jetzt auch im neuen KVN-Magazin.

00:17:30: Lesen Sie darin tiefergehendes rund um den Bereitschaftsdienst, mit Beiträgen zur Historie, über die Praxis der Telemedizin und eine Reportage aus dem Diensteinsatz.

00:17:41: Außerdem Thorsten Schmidt aus dem KVN-Vorstand im Interview zur aktuellen Reform.

00:17:46: Weiter informieren zum Thema in der neuen Ausgabe des KVN-Magazin.

00:17:51: Und jetzt geht es weiter mit der Podcast-Ebisode.

00:17:57: Diese telemedizinische Ersteinschätzung, da habt ihr euch der Teleklinik bedient.

00:18:04: Also eines Dienstleistes, eines externen.

00:18:07: Vielleicht kannst du noch mal sagen, wie es dazu kam.

00:18:10: und was die genau anbieten.

00:18:14: Die telemedizinische Leistung wird tatsächlich von Vertragsärzten und Vertragsärzten erbracht.

00:18:20: Und das war uns auch ganz wichtig, dass nicht irgendjemand diese Leistung errichtet, sondern das ist tatsächlich, was wir gemacht haben, und da kommt die Teleklinik ins Spiel.

00:18:28: Wir haben eine Plattform ausgeschrieben, um Vertragsärzten und Vertragsärzten die Möglichkeit zu geben.

00:18:34: an dieser telemedizinischen Versorgung teilzunehmen.

00:18:37: Und da war uns auch ganz wichtig, dass diese Versorgung primär durch Niedersächsische Ärztinnen und Ärzte vollbracht wird.

00:18:42: Die

00:18:43: sich freiwillig dafür melden, weil eine Verpflichtung gibt es ja nicht mehr.

00:18:46: Das ist tatsächlich der positive Aspekt an der Stelle.

00:18:50: Wir haben aus der Pflicht eine Freiwilligkeit gemacht und... Das hat manchmal auch etwas mit Gefühl zu tun.

00:18:56: Wenn man eben freiwillig mitmachen darf, kann ich mir selbst gestalten, wie ich daran teilhabe.

00:19:02: Und ich glaube, das ist auch einer der Erfolgsfaktoren an der Stelle.

00:19:06: Das heißt, ihr habt genügend Ärzte und Ärzte gefunden, die das machen wollten?

00:19:09: Wir haben diejenigen, die Bereitschaftsdienst machen möchten, ausreichend gefunden, ja.

00:19:16: Und das eben mit der Quote von mindestens neunzig Prozent, die der sächsischer Ärzte und Ärzte.

00:19:20: Und das klappt sehr, sehr gut.

00:19:23: Und wir haben die Teleklinik hier vor allem als Rahmen genutzt, was die digitale Plattform angeht.

00:19:29: Das heißt, wir haben gesagt, unter dem Label KVN Akut, das ist die Marke, die wir etabliert haben im Bereitschaftsdienst, müssen voll folgende technische oder digitale Grundsätze gelten und die Funktionalität entsprechend, um den Ärzten den Zugang zu ermöglichen und das eben mit festgelegten Vorgaben.

00:19:49: Jetzt nochmal zu meinem Beispiel zurück, ich sitze in meinem Bett, bin also schrecklicher kältet, es ist Sonntag nachmittag.

00:19:54: Jetzt habe ich die F-Sex F-Sieben gewählt, habe diese Ersteinschätzung gemacht, das Essmetverfahren und nun ruft mich ein Arzt an oder eine Ärztin.

00:20:04: Das habe ich richtig verstanden, das geht entweder per Telefon oder auch per Videocall.

00:20:08: Das heißt, da meldet sich jetzt jemand per Video bei mir, schaue ich jetzt ins Wohnzimmer des Arztes, der das aus dem Homeoffice heraus mich jetzt behandelt.

00:20:16: oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:20:17: Wenn das Wohnzimmer Datenschuss rechtlich safe ist, dann kann das sein.

00:20:22: Aber in der Regel sitzen Ärzte und Ärzte tatsächlich häufig natürlich in Privaträumen, aber eben in abgeschlossenen Büros und das ist auch die Vorgabe.

00:20:31: Das kann also sein.

00:20:32: Der Prozess ist hier so, dass die, also die telefonische Beratung ist vor allem für diejenigen gedacht, die keine mobilen Endgeräte haben.

00:20:39: Primär setzen wir auf die Videosprechstunde, weil einfach nochmal mehr Erkenntnisse und das zeigen auch die Daten tatsächlich mehr Erkenntnisse und mehr Möglichkeiten einer telemedizinischen Diagnostik ermöglichen.

00:20:50: Da ist der Prozess so, dass ich mich eben melde bei der F-Sex-F-Sieb, ich werde da durchgescheucht, das ist die erste Einschätzung, werde dann über die sogenannte Dispositionszentrale der F-Sex-F-Sieben an einen Telemediziner übergeben.

00:21:01: Das erfolgt alles digital, das heißt man macht nichts bei Telefon oder Fax, sondern es ist alles über die Dispositionssoftware und entsprechende Schnittstellen und Diese telemedizinischen Fälle werden den verfügbaren Telemedizinern ausgespielt.

00:21:15: So, dass niedersächsische Ärztinnen und Ärzte hier bevorzugt werden.

00:21:18: Das heißt, erst nach einer bestimmten Frist erhalten auch andere Ärzte die Möglichkeit, diese zu übernehmen.

00:21:24: Und dann bekommt der Patient ganz trivialne SMS mit Zugangslinks und einem Tann.

00:21:30: Und hier ist nochmal ganz wichtig, hier ist keine Software runterzuladen, keine App runterzuladen oder ähnliches, sondern ich muss tatsächlich als Patient einfach nur den Link ausführen.

00:21:39: einen Tan eingeben, der mir in einer zweiten SMS mitgeteilt wird, um dann Zugang direkt zum Arzt zu halten.

00:21:43: Und das ist tatsächlich der wichtige Schritt, auch um allen potenziellen Patientinnen und Patienten den Zugang zu ermöglichen.

00:21:50: Also möglichst niedrige Hürden.

00:21:51: Absolut.

00:21:52: Jetzt hast du aber eben gesagt, nicht alle haben mobile Endgeräte, da denke ich natürlich an die älteren Mitbürger.

00:21:58: Wie kommen die denn damit klar mit der Umstellung?

00:22:00: Die kommen erstaunlich gut damit klar, weil wir hier eben einen Rückrufservice haben.

00:22:05: Das heißt, wir stellen telefonische Beratungen vielleicht.

00:22:08: Ich sag mal jetzt so, Salopp Oma Erna im Sessel hat ein altes Telefon, Festnetz, keine Möglichkeit in irgendeiner Form den digitalen Service in Anspruch zu nehmen, wird dann direkt vom Arzt kontaktiert und kann dann eben die telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

00:22:24: Gut, und ich in meinem Beispiel habe jetzt mit dem Telemediziner gesprochen, der sagt, also es ist ganz dringend, dass ich doch mal vor Ort abgehört werde.

00:22:32: Was passiert jetzt?

00:22:34: Hier haben wir unterschiedliche Möglichkeiten, der Telemediziner legt.

00:22:37: Im Grundsatz hatte ich ja vorhin schon gesagt, grundsätzlich das weitere Vorgehen fest.

00:22:41: Das heißt, er hat eine Verdachtstdiagnose oder eine Vermutung oder das verlangen nach einer Absicherung und kann diesen Fall dann entsprechend als nicht abgeschlossen oder mit entsprechender Anschluss, mit notwendiger Anschlussversorgung an die dispositionszentrale digital und quittierungspflichtig zurückgeben.

00:23:01: Klingt jetzt auch sehr kompliziert, aber damit ihr was sowas nicht verloren geht und um tatsächlich weitere Veranlassungen vorzugeben.

00:23:08: Und hier haben wir auch Veränderungen vorgenommen, denn gerade im Bereitschaftsdienst haben wir, ich möchte es nicht Standardbeschwerden nennen, aber wir haben einzelne Beschwerdebilder, die sich wiederholen und vor allem, ich sag mal, eher einen pflegirischen Aspekt haben, zum Beispiel.

00:23:26: In der Vergangenheit sind natürlich vor allem durch Pflegeheime häufig Katheterwechsel angefordert worden.

00:23:31: Und die Vertragsärzte und Vertragsärzte, die die Bereitschaftshinste übernommen haben, haben das natürlich nicht jeden Tag gemacht.

00:23:38: Also wenn man jede Fachgruppe auch abgebildet hat in Niedersachsen, ist das durchaus in Teilen eine Herausforderung gewesen.

00:23:44: Und hier haben wir gesagt, diese Standardprozeduren, die können wir mit gutem Gewissen auch in einer Beauftragung tatsächlich nicht ärztlichen Gesundheitsfachkräften übertragen.

00:23:57: Und das haben wir im zweiten Schritt gemacht, um Ärztinnen und Ärzte weiter zu entlasten.

00:24:03: Das heißt, die Dispositionszentrale entscheidet dann nochmal vor Ort, wer rausfährt, die Gesundheitsfachkraft oder der Arzt?

00:24:12: Das entscheidet ein weiterer Arzt, den habe ich eben erfolgreich vergessen, aber wir wollen ihn nicht unerwähnt lassen.

00:24:18: Er

00:24:18: sitzt in der Dispositionszentrale.

00:24:19: Er sitzt

00:24:20: nämlich in der Dispositionszentrale und das ist die sogenannte operative Telemediziner.

00:24:24: Den haben wir ja auf Grundlage von Erkenntnissen, die wir aus der ersten Rolloutphase bekommen haben, eingerichtet.

00:24:31: Der soll vor allem eben die Disponenten unterstützen bei der weiteren Vorgehensweise oder bei den weiteren Versorgungsebenen.

00:24:41: Das heißt, derjenige trifft eigentlich die Entscheidung, welche Anschlussversorgung adäquat ist im fahrenden Dienst.

00:24:46: Und das ist auch der wichtige Aspekt.

00:24:49: Er hat die Möglichkeit, auch die Gesundheitsfachkräfte, die nicht ärztlich unterwegs sind und sich nach bestimmten Standardprozeduren auch an bestimmte Dinge zu halten haben, eben zu unterstützen über eine telemedizinische Verbindung, unter Hinzunahme von zum Beispiel auch Vitalparametern und sogar den Zwölfkanal EKG.

00:25:10: Das heißt, da haben wir noch mal eine Möglichkeit auch direkt anzuleiten, wenn eben von diesen Standardprozeduren abgewichen wird.

00:25:17: Oder wenn es weitere, nicht mal das Beispiel Katheter wechseln, ich habe noch eine Blutung zum Beispiel vor Ort entdeckt und muss darauf, ich bin als Arzt, natürlich habe ich die Freiheit, Entscheidungen zu treffen.

00:25:28: Als Gesundheitsfachkraft habe ich diese Entscheidung nicht.

00:25:30: Das heißt, die muss ich noch mal ärztlich absichern lassen.

00:25:33: Und das kann ich dann tatsächlich mit diesem operativen Telemediziner sehr, sehr gut machen.

00:25:37: Das heißt, die haben immer das Backup noch in der Hinterarm.

00:25:39: Absolut.

00:25:40: Kommen wir nochmal zum Fahrdienst.

00:25:41: Da fahren ja jetzt die Ärztinnen und Ärzte auch nicht mehr selbst.

00:25:44: Früher sind die ins Taxi gestiegen oder eben auch mit den eigenen Wagen gefahren.

00:25:48: Heute kommen die Johannita hier ins Spiel.

00:25:50: Vielleicht kannst du noch mal erklären, wie das genau funktioniert.

00:25:53: Genau, auch hier wollten wir natürlich ganz besonders wirkungsvolle Entlastungen bringen und haben uns im Rahmen der Konzeption dann auch überlegt, dass wir auch diesen Punkt tatsächlich ausschreiben, also das heißt den medizinischen Fahrdienst.

00:26:04: Und hier war auch die natürlich das Ansinnen, das so standardisiert wie möglich zu machen und für ganz Niedersachsen zu übernehmen.

00:26:11: Und ja, in dem Fall sind es die Juanita geworden nach einem Ausschreibungsverfahren, zum einen für den medizinischen Fahrdienst nicht ärztlicher Natur, aber eben auch Ärztinnen und Ärzte.

00:26:21: Und diese fahren jetzt mit quasi gebrändeten Fahrzeugen, also mit dem KVN-Akut-Logo und dem Juanita-Logo tatsächlich zu den Patientinnen und Patienten.

00:26:30: Und fahren die selbst oder haben die einen Fahrer dabei?

00:26:32: Genau, das begleitet von Fahrern, die auch natürlich zum einen die Ärztinnen und Ärzte und Gesundheitsfachkräfte unterstützen sollen, aber eben auch im Team auch immer natürlich für eine gewisse Sicherheit sorgen sollen.

00:26:45: Okay, dann ... Verrate ich vielleicht nicht zu viel, wenn ich sage, das ganze System läuft ziemlich gut.

00:26:51: Das sind zumindest unsere ersten Rückmeldungen.

00:26:54: Bestimmt das so ein paar Zahlen auch, die das nochmal belegen.

00:26:57: Vielleicht kannst du mal sagen, wie schnell jetzt sozusagen so ein Arzt-Patienten-Kontakt zustande kommt oder wie lange die Fahrtwege jetzt sind.

00:27:04: Vielleicht hast du da nochmal so ein paar griffige Zahlen für uns, um uns das noch ein bisschen deutlich zu machen, was sich jetzt eigentlich verändert hat.

00:27:11: Ja, ich kann das bestätigen.

00:27:12: Es läuft gut.

00:27:13: wo ich da auch mal ein bisschen Respekt vorhabe, das immer so zu sagen.

00:27:17: Aber tatsächlich zeigen uns die Zahlen.

00:27:20: Wir haben jetzt über dreißigtausend telemedizinische Beratungen zum Beispiel durchgeführt.

00:27:23: Zeigen uns die Zahlen, dass das sehr funktional ist.

00:27:25: Und das spiegeln uns auch Krankenhäuser zurück, das spiegeln uns der Rettungsdienstenteilen auch zurück, dass es nicht so einer Mehrbelastung in irgendeiner Form gekommen ist.

00:27:34: Wir haben in der Ursprungsplanung mal mit fünfzig Prozent Quote gerechnet, wie viele telemedizinische Fälle fallabschließend tatsächlich durchgeführt werden können, die eine eigentliche Einschätzung haben in Richtung Fahrdienst.

00:27:51: Und hier haben wir tatsächlich diese Fünfzig-Prozent-Quote aktuell, ich warte jetzt mal auf die Erkältungswelle, aber aktuell mit über zwanzig Prozent schon überschritten im Durchschnitt.

00:28:02: Das heißt, wir sind hier eigentlich bei einer, nicht nur eigentlich, wir sind bei einer Abarbeitung von bis zu seventy-fünf oder auch teilweise achtzig Prozent in der Woche, die abschließend telemedizinisch bearbeitet werden.

00:28:12: Das ist eine sehr, sehr, sehr positiver Wert.

00:28:15: und das hat sich auch niedergeschlagen natürlich in der Frequenz, wie häufig dann die Folgealarmierungen stattfinden müssen, also zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte der Juwanita, die wir beauftragt haben und die Gesundheitsfachkräfte.

00:28:30: Und da sind wir sehr zufrieden und wir haben auch, was die Zufriedenheit angeht, hier sehr, sehr gute Werte bekommen als Feedback, weil wir hinter jedem einzelnen Einsatz auch eine entsprechende Survey haben.

00:28:42: Ja, du hast die Erkältungswelle angesprochen, vielleicht muss man dazu sagen, dass wir heute am achten Oktober aufnehmen, also noch vor der Erkältungswelle stehen und dann schauen wir vielleicht Anfang nächsten Jahres nochmal, wie die Zahlen dann aussehen, aber das ist erstmal sehr positiv, was du berichtest.

00:28:59: Frage nochmal, du hast die Krankenhäuser angesprochen und auch den Rettungsdienst.

00:29:03: Ich stelle mir vor, dass auch die Politik und die Landkreise, die Kommunen diese ganze Reform sehr eng begleitet haben bzw.

00:29:12: vielleicht auch mit einem kritischen Auge drauf geguckt haben.

00:29:15: Wie sind da deine Rückmeldungen?

00:29:18: Die sind auch sehr positiv tatsächlich.

00:29:21: Also ich habe gerade aus dem Rettungsdienst, wir sind ja sehr viel auch im Kontakt.

00:29:24: Ich glaube, das hat sich in den letzten Jahren, sind wir da auch sehr zusammengewachsen, weil wir einfach die Realitäten auch kennen.

00:29:29: Und da sind sehr positive Rückmeldungen an uns herangetragen worden.

00:29:33: Und gleichzeitig natürlich auch die Idee, das finde ich ganz spannend, die Idee der weiteren Zusammenarbeit.

00:29:39: Also gerade auch der Telenotfallmediziner ist ja im Rettungsdienst auch gerade im Rollout.

00:29:44: Und hier gibt es natürlich wahnsinnig viele neue Anknüpfungsmöglichkeiten, die wir natürlich auch gerne mit begleiten und wo wir natürlich auch die Weiterentwicklung sehen.

00:29:53: Und das soll am Ende natürlich auch Ressourcen nicht nur auf unserer Seite schonen, sondern auch im Bereich des Rettungsdienstes, um weiter effizient zu arbeiten.

00:30:01: Meinst du, wir sind hier in Niedersachsen, Gutes.

00:30:02: Beispiel auch für andere Bundesländer?

00:30:05: Ich glaube, wir können schon sagen, dass viele andere KVN, aber auch das BMG, also das Bundesministerium für Gesundheit natürlich auch einen Blick auf unsere Reform hat, gerade wenn wir eben hohe Abarbeitungsquoten auch in der Telemedizin haben.

00:30:18: Und gleiches geht natürlich auch für Krankenkassen, die natürlich auch ein Interesse daran haben, dass das ganze wirtschaftlich stattfindet.

00:30:23: Und wenn wir diese ganzen Aspekte mit einbeziehen, kann das durchaus ein denkbares Modell sein, was man vielleicht auch in einer Notfallreform wiederfindet.

00:30:33: Ja, ich hoffe, wir haben bis hierhin das Thema, das ja doch eben sehr viele Facetten hat, einigermaßen verständlich rübergebracht.

00:30:39: Aber du hast jetzt die Chance, ganz am Schluss deine drei Hauptpunkte für unsere Zuhörerinnen und Zuhörern nochmal mit auf den Weg zu geben.

00:30:46: Ambulant, relevant, prägnant, das Wichtigste zusammengefasst.

00:30:52: Wir haben guter Grundstein für die Versorgungsherausforderungen der nächsten Jahre.

00:30:58: Ein wichtiger Schritt.

00:30:59: in Richtung Digitalisierung und ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung sektorenübergreifende Zusammenarbeit.

00:31:09: Aber vor allem natürlich die Entlastung der Ärztinnen und Ärzte.

00:31:11: Das

00:31:11: hätte

00:31:11: natürlich ja nun mal eins kommen müssen.

00:31:14: Wie geht es jetzt weiter?

00:31:15: Was sind Ausbauchstufen oder was macht das Projekt jetzt auf deinem Schreibtisch?

00:31:20: Also erstmal muss man jetzt aufräumen.

00:31:24: Das muss man ehrlicherweise auch sagen, wir sind jetzt in der Phase, dass wir erfolgreich etwas zum Laufen gebracht haben.

00:31:30: Aber das heißt natürlich nicht, dass das komplett ohne Schwierigkeiten und Herausforderungen über die Bühne geht.

00:31:35: Und das bedeutet natürlich, dass wir vor allem Qualitätssicherungsprozesse, Qualitätsmanagement jetzt ganz vertieft anwenden und hier eben Ordnung reinbringen, aber auch die Evaluation.

00:31:48: Also, das heißt, Daten sammeln, Daten interpretieren, um dann zu schauen, was macht das mit der Versorgung der Zukunft?

00:31:55: Was macht das vielleicht auch?

00:31:58: Ja, oder wenn jemand anfragt, zum Beispiel, was machen andere damit, um für sich vielleicht Modelle zu finden, die sich daran orientieren?

00:32:07: Erstmal vielen Dank.

00:32:08: Das ist wirklich ein sehr umfassendes Thema.

00:32:11: Hast du eigentlich selbst schon mal den Bereitschaftssienst benötigt?

00:32:14: Ja,

00:32:14: den alten aber noch.

00:32:15: Den

00:32:15: alten noch,

00:32:16: genau.

00:32:16: Magst du kurz erzählen, was da los ist?

00:32:18: Ja, es

00:32:18: war eher für meine Frau, aber ich saß natürlich an der Quelle, dass ich da entsprechend auch die F-Sex-F-Siemen kontaktiert habe.

00:32:25: Und da war ein netter Arzt aus der Südstadt, der dann vorbeikam und seinen Bereitschaftssienst dann auch sehr... Also

00:32:33: euch wurde geholfen?

00:32:34: Ja, uns wurde sehr gut geholfen.

00:32:35: Sehr gut.

00:32:36: Okay, Jasper Uhe.

00:32:37: Ganz herzlichen Dank für die vielen Informationen und Ausführungen.

00:32:41: Tolles Projekt.

00:32:42: Danke.

00:32:42: Wie immer erscheint der Podcast parallel zu unserem Magazin, dem KVN-Magazin, eben diesmal rund um die Bereitschaftsdienstreform.

00:32:50: Und den nächsten Podcast gibt es dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt

00:32:57: dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es gibt dann, es.

00:33:12: Produktion Theo Wurz.

00:33:14: Neue Episoden erscheinen Quartalsweise mit dem KVN-Magazin.

00:33:19: Zu hören auf allen gängigen Podcastplattformen und auf kvn.de.

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